Reflex oder Möglichkeit?

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Heute wurde mir wieder Mal bewusst, was für eine Wunderwaffe, der Mensch mit sich trägt und sie selten für etwas Gutes einsetzt, für sich selbst. Das Gehirn!

 

Nach dem Duschen und Eincremen setzte ich die Brille wieder auf die Nase, wollte mich nach etwas bücken und das Sehgestell nahm in Bruchteilen von Sekunden den Flug zu Boden auf..

 

Reflexartig stürmte mein gesunder rechter Arm nach vorne und wollte die Brille im Flug greifen.Ich erwischte sie auch, aber durch den Schwung nahm sie erneut Fahrt auf, machte einen Hüpfer von der Hand und wollte den Weg Richtung Boden weiter fortsetzen.

Ich glaube meinem Gehirn meldete sofort SOS weiter und sagte sich, wenn das Teil auf den Fliesenboden kracht, ist die Frau aufgeschmissen.

 

Ich muss dazu sagen, mein Hirn hatte Recht, denn ohne Brille, bin ich so etwas, wie ein menschlicher Maulwurf.

 

 

Somit schnellte mein linker Arm nach vorne, der ja eigentlich durch den Schlaganfall beeinträchtigt ist und trotzdem funktionierte er in diesem „unbedachten“ Moment völlig einwandfrei.

Sogar die Hand, die sonst kaum noch etwas greifen kann, griff spontan zu.

 

Ich brauche immer für alles eine Erklärung, als stand ich erstmal verwundert da und überlegte wie das möglich war.

 

Mich traf die Erkenntnis wie ein Schlag:

 

Ich hatte zwar nach dem Schlaganfal und  halbseitiger Lähmung vieles wieder und sogar schnell erlernt, aber als mein Arm nach wenigen Wochen nicht mehr ganz so wollte und ich mir einredete „ Ja dann ist es halt so!“ Ich den Arm und die Hand einfach aufgab.

Diesen Text habe ich das erste Mal nach drei Jahren versucht mit beiden Händen zu schreiben.

Es war mühsamer, aber ich bin mächtig stolz es geschafft zu haben.

 

In diesem Sinne: MS ist kein Gedicht, aber auch mit einer chronischen Erkrankung gibt es viele Möglichkeiten, sich neu zu orientieren und dem Leben eine neue Richtung zu geben.

©2016 Manuela Liers

 

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Da stehe ich wieder….

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Da stehe ich wieder mit der Nase im Wind.

War so oft von Tränen, so blind.

Manches Mal total verdrossen,

hatte ich das Herz geschlossen.

Falsche Menschen hatten zu sehr an mir gezerrt,

habe mich zu wenig dagegen gewehrt.

Traf auf Menschen, die sich hinter meine Mauer trauten,

mich voller Verstehen anschauten.

Sie brachten mit, ihr warmes Herz,

nahmen immer mehr vom Schmerz.

Fingen an mich aufzuwecken.

Sollte mich nicht mehr verstecken.

Ich sollte in die Spiegel sehen

Und den schönen Menschen verstehen,

der sich hinter der Mauer verbarg

und vor seinen Lebenstrümmern lag.

Sie halfen mir die Seele aufzuräumen.

Erzählten mir von ihren Träumen,

dass auch sie mal dort gesessen,

niemals hatten sie vergessen,

dass das Leben einen auch mal beißt,

es einen in die Hölle reißt.

Doch auch ihnen begegnete wieder das Glück,

nun gaben sie es an mich zurück.

Halfen mir die Mauer zu zerstören.

Ich sollte mir wieder selbst gehören.

Jetzt stehe ich dort wo einst die Mauer stand.

Habe mein Herz wieder in der Hand.

Höre wieder mein lautes Lachen.

Falsche Menschen können einen so krank machen.

Gute Menschen sind hingegen,

sind dann der wahre Segen.

Sie sind auch der wahre Grund,

warum ich mich auch mit Behinderung und MS, fühle wieder so gesund.

@2016 Manuela Liers

Wir wussten, Du wusstest ,ich weiß

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Wir wussten, Du wusstest ,ich weiß

Wir wussten, als wir und trafen.

Wir wussten, wir waren unser Heimathafen.

Wir wussten, wir mussten neu beginnen.

Wir wussten, es gab kein Entrinnen

Du wusstest, ich würde andere Wege gehen.

Du wusstest, ich bliebe nie Stehen.

Du wusstest, ich hatte gelogen.

Du wusstest, ich hatte mich selbst betrogen.

Du wusstest, ich würde mein Leben zerstören.

Du wusstest, ich würde Dir trotzdem immer gehören.

Du wusstest, dass ich nicht bliebe.

Du wusstest, dass ich Dich immer liebe.

Du wusstest, Du konntest mich noch nicht binden.

Du wusstest, wir würden uns wiederfinden.

Ich weiß. Mittlerweile.

Ich weiß, es stimmt jede Zeile.

Ich weiß, die Texte, die ich für Dich geschrieben.

Ich weiß, Du bist in meinem Herzen geblieben.

Ich weiß, von einsamer Nacht.

Ich weiß, ich hab nur an Dich gedacht.

Ich weiß, wie sehr meine Seele um Dich weint.

Ich weiß, wir werden wieder vereint.

@2016 Manuela Liers

 

 

 

 

Mit MS verrückt? Ja das geht!

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Willkommen in meiner MS „Traum“-Welt 😀
War gestern Abend noch bei einem Bekannten, der lud zur „Räucherstäbchenparty“ ein.
 
Ich dachte, geil endlich mal ne „Tupperparty“ für Rauchwerk hat ja auch was. Back to the roots…
 
Ich also hin. Dann sah ich das Kuriositätenkabinett :
 
Ein Typ, der Lemmy Kilimister für Arme darstellte. Ich schwöre jetzt weiß ich warum Lemminge sich in den Abgrund stürzen.
 
Der Andere sah irgendwie wie zer“Brösel“t aus.
 
Irgendwie klemmt(e) bei mir da die „Fest-stell-Taste. 😀
 
Lemmy hatte ich dann schnell erklärt, dass ich wegen den Räucherstäbchen da war, wenn man den Rauch nur riecht, wird die MS davon besser 😀 Er nickte wissend 😀
 
Hahaha und was sagt der Depp dann 😀 “ Ist doch Muskelschwund.
 
Beim Hochziehen meiner Augenbraue hatte ich ihn geblicktötet.
 
Der Zer“Brösel“te dann: “ Aja das hat eine Freundin in Hamburg auch“. Der „Werner“ für Anfänger ist ja ein ganz Heller. Mein innerliches Augenrollen ist bestimmt bis Hamburg zu hören.
 
Boah ich sah mittlerweile die neue Räucherstäbchenära in Gefahr und suchte nen „Fluchtweg“ 😀
 
“ Da fängt der Lemmy für Arme nochmal an zu reden…… und hält mir seine Frau *äh* Faust entgegen und schwört, dies wäre seine Frau für alle Fälle.
 
„Na!“ Denke ich :“ ich will raus hier D. Bis ich denen die MS erklärt habe , schwöre ich Euch ist Lemmy wieder von den Toten auferstanden. 😀
 
Vielleicht sollte ich doch lieber die Finger von diesen Räucherstäbchen lassen. Dann lieber MS, als völlig „Cheech und Chong“ 😀
 
Zu Hause mal die Partyräucherstäbchen getestet 😀 Stimmung aufgehellt 😀 .
 
In diesem Sinne: So völlig „Cheech &Chong“ oder eben etwas verrückter lässt sich die MS besser ertragen.
 
Da steht ein Lemmy auch mal wieder von den Toten auf und Brösel zerbröselt sich selbst 😀
 
Ich glaube ich lasse die Räucherstäbchentherapie für MS  patentieren 😀
 
© 2016 Manuela Liers

Ich bin nicht MS

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Wenn mir eines in einer sehr schweren Zeit, die ich gerade durchmachte, bewusst wurde, dann, dass ich nicht meine Krankheit bin.

 

Ich bin nicht MS.

Ich bin nicht meine Symptome.

Ich bin ich mit meinen Stärken und Schwächen und meine MS ist ein Teil meines Lebens, aber ich bin ein Mensch, der behandelt werden möchte, wie jeder andere auch.

 

Es gibt Tage da brauche ich eine Umarmung, ein nettes Wort, einen lieben Gruß, weil die MS mich im Griff hat.

 

Aber es gibt genausviele Tage, da brauche ich eine Umarmung, ein nettes Wort, einen lieben Gruß, einfach, weil ich ich bin.

 

Ich möchte nicht über meine Krankheit definiert werden, sondern, als gleichwertiger Mensch, geachtet und respektiert werden und dann weiß ich es gibt sie die Menschen, die Dich einfach lieben, weil Du bist, wie Du bist.

 

Es gibt sie auch die Menschen, die Dich nur als kranker behinderter Mensch sehen. Dich mit Mitleid  überhäufen und Dir  das Gefühl geben, Du bist anders.

Ich bin nicht anders. Ich bin nicht gesund, aber in erster Linie bin ich Mensch.

 

Spart Euch mitleidige Blicke und Heuchelei, denn auch ihr habt wie wir nur das eine Leben und wir leben es so gut es geht.

 

©2016 Manuela Liers

Wieso? Weshalb? Warum?

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Gesundheit war mein größtes Gut.

Als sie nicht mehr da war packte mich die Wut.

Wie konnte es mir so viel nehmen?

Wieso konnte es mich so sehr lähmen?

Wieso konnte es mir nehmen mein Glück?

Wieso bekam ich mein altes Leben nicht zurück?

Warum ließ ich mich davon klein kriegen?

Warum ließ ich mich so sehr davon verbiegen?

Weshalb  zwang mich ergab das alles keinen Sinn?

Weshalb gab ich mich der Krankheit hin.

 

Keine Antwort erhielt ich darauf.

Mein Leben nahm einfach einen anderen Lauf.

Ich entschied mich es positiv zu sehen.

Ließ alles einfach geschehen.

Ich lachte hatte wieder Spaß am Leben.

Fing an, nicht nach Höherem zu schweben.

Geld war mir eh nie wichtig.

So erschien es mir dann richtig.

Meine Krankheit anders zu betrachten.

Menschlichkeit noch mehr zu achten.

Sich an Kleinem nicht mehr zu reiben.

Sich vom Leben lassen treiben.

Hier ein Witz und dort ein Lächeln.

Bloß nicht, vor sich selbst zu schwächeln.

Mit Humor und Menschenverstand.

Nahm ich mein Leben in die Hand.

Nein, MS ist bestimmt nicht witzig,

aber  zu leben, das ist wichtig.

Das Leben stellt so viele Fragen.

Doch wenn ich es verbringe mit viel klagen.

Würde ich nur viel weinen.

Ist es da nicht besser die Menschen mit Lachen vereinen?

Jeder hat mal schlimme Zeiten.

Da ist´s besser ein Lachen zu verbreiten,

Wer möchte salzige Tränen schmecken?

Besser ist´s ein Lachen zu wecken.

Ich habe keine Fragen mehr.

Ich liebe das Leben viel zu sehr.

Ich möchte  leben, ob Krank oder gesund.

Und läuft das Leben auch nicht immer rund.

Du hast nur dieses eine Leben

Und in dem solltest Du alles geben.

 

©2016 Manuela Liers

 

 

Ich wusste nicht… ich weiß..

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Ich wusste nicht, was Du an Kraft verbrauchst.

Ich wusste nicht, wie sehr Du mich schlauchst.

Ich wusste nicht, welche Grenzen Du würdest mir zeigen.

Ich wusste nicht, dass Du gehörst zu den Feigen.

Ich wusste nicht, dass Du mein Leben umschmeißt .

Ich wusste nicht, dass Du so tiefe Löcher reißt.

Ich wusste nicht, dass Du mein Leben fortan mit bestimmst.

Ich wusste, nicht, wieviel Freiheit Du mir nimmst.

Ich wusste nicht, dass Du mich willst in Zaum halten.

Ich wusste nicht, dass Du willst mein Leben verwalten.

Ich wusste nicht, dass Du mich in die Knie kannst zwingen.

Ich wusste nicht, dass mir das Aufstehen wieder würde gelingen.

Ich wusste nicht, dass Du Dich Teufel nennst.

Ich wusste nicht, dass Du nicht durchs Leben rennst.

 

Ich weiß, Du bist kein Gegner  bist, den ich manchmal würde hassen.

Ich weiß jetzt, Du würdest mich würdest erblassen.

Ich weiß Du bist ein Gegner su unberechenbar.

Ich weiß jetzt, ich bin trotzdem nicht unscheinbar.

Ich weiß jetzt, Du zwingst mich auch so oft in die Knie.

Ich weiß jetzt, ich würde aufgeben NIE!

Ich weiß jetzt, Du wirst allgegenwärtig sein.

Ich weiß jetzt, damit bin ich nicht allein.

Ich weiß. Du willst, dass Tränen  Dich immer noch mehr anspornen.

Ich weiß jetzt, ich habe mir geschworen.

Ich weiß, Du  wenn ich Dich würde lassen.

Ich weiß, dann würde ich Dich immer hassen.

Ich weiß jetzt, Du bist mein Lebensbegleiter.

Ich weiß jetzt, das Leben geht auch mit Dir weiter.

Ich weiß jetzt, Dich MS, werde ich nicht bezwingen.

Ich weiß jetzt, trotz Dir wird mir ein schönes Leben gelingen.

Ich weiß jetzt, ich würde Dich gerne abschieben.

Ich weiß jetzt, ich würde das Leben auch mit Dir lieben.

Ich weiß, Du gehörst zu meinem Leben.

Ich weiß trotzdem, auch mit MD würde ich alles geben.

Ich weiß, Du Zwingst uns langsamer zu gehen.

Ich weiß jetzt, auch mit MS, wird es weiter gehen.

 

©2016 Manuela Liers